Rectus femoris – Physiotherapie darf (muss) auch mal schmerzen

Physiotherapeutin Anne-Katrin Weiß – Vitova Hochheim

Aktualisierung am 8.1.2022
Hätte der eine oder andere meine Ausführungen vom 3.7.2021 bzgl. Physiotherapie und der Behandlung durch Anne-Katrin Weiß vielleicht noch als Zufall bezeichnen können, so ist das durch gestrige Behandlung endgültig ad absurdum geführt worden.
Kurz zu meinen Beschwerden:
Wie aus heiterem Himmel hatte ich morgens nach dem Aufstehen bei jedem Schritt im linken Oberschenkel einen Schmerz, der über die gesamte äußere Oberschenkelseite bis fast zum Knie ausstrahlte und mich gefühlt jedesmal etwas einsacken ließ. Möglicherweise hatte ich unbewußt im Schlaf eine ungünstige Haltung eingenommen, die dann durch das Sitzen auf dem Bürostuhl am Morgen noch potenziert wurde. Die Beschwerden wurden noch jedem Aufstehen etwas schlimmer.
Was für ein Zufall, hatte ich doch Nachmittags wieder einen meiner regelmäßigen präventiven Physiotherapie-Termine bei Anne-Katrin. Nach kurzer Erläuterung des Problems bat sie mich, mich auf den Rücken zu legen. Nach zwei Bewegungstests fühlte sie an meinem rechten und linken Oberschenkel unterhalb des Beckens.
Nach zwei Sekunden kam die Diagnose: Der Muskeltonus des Tensors links passt nicht. Es folgte eine sehr schmerzhafte halbstündige Behandlung mit starkem Druck auf den Muskel, der auch wieder blaue Flecken hinterließ.

„Wenn der Muskeltonus nicht passt“

Direkt nach der Behandlung war es bereits etwas besser, aber noch nicht gut. Mit dem Wissen, dass Anne-Katrins Behandlungen bei mir meist erst am nächsten Tag richtig wirken, habe ich die noch stärkeren Schmerzen am Abend ignoriert. Anne-Katrin hat mir noch ein paar Tipps mit auf dem Weg geben: Nach der Behandlung schonen, ggf. mit Wärme behandeln und auf einer Treppenstufe stehend das besagte Bein etwas locker auspendeln. Tags darauf sollte ich mich unbedingt bewegen, gerne auch Laufen gehen. Auch wenn ich mir das am Abend nach der Behandlung noch nicht wirklich vorstellen konnte, aber natürlich hoffte:
Am nächsten Morgen hatte ich nach dem Aufstehen schon fast keinen Schmerz mehr gespürt. Und nach meinem lockeren 4 Kilometer Winter-Schneelauf war alles, bis auf den Druckschmerz am Behandlungspunkt mit dem blauem Fleck, wie weggeblasen. Die Helling Hands von Anne-Katrin hatten es wieder geschafft.
Mein erneuter Appell:
Wenn es möglich ist, geht beim Verdacht von muskulären Problemen erst zu einem/einer wirklich guten Physiotherapeuten/Physiotherapeutin und erst danach zum Arzt, falls es dann noch notwendig ist. Selbstzahler können das problemlos so machen. Wenn es die Krankenkasse übernehmen soll, ist allerdings bei uns immer noch eine Verordnung des behandelnden Arztes notwendig.

Ursprünglicher Artikel vom 3.7.2021
Wer meine Artikel und Aktivitäten verfolgt weiß, dass ich schon immer sehr überzeugt von physiotherapeutischen Behandlungen war und natürlich auch immer noch bin. Öfters gehe ich bei kleineren Problemen des Bewegungsapparates auch ohne ärztliche Verordnung zur Physiotherapie, auch wenn dies in Deutschland leider nur als Selbstzahler möglich ist. Aktuell war und bin ich eigentlich in Behandlung wg. einiger Probleme meiner rechten Schulter in Folge von Sehnenverletzungen.
Nachdem ich letztes Wochenende an zwei Tagen hintereinander recht steile Bergwanderungen mit insgesamt 10 Km bergauf absolviert hatte, verspürte ich einen Tag später ein Ziehen, einen leichten Schmerz in der Nähe meines künstlichen Hüftgelenkes des rechten Oberschenkels beim aktiven Anheben des Beines, sowohl gestreckt wie auch gebeugt.
Als Doppel-Hüft-TEP-Träger klingeln zunächst mal bei Schmerzen in der Nähe des Gelenkes die Alarmglocken:
Es könnte ja etwas mit der TEP sein! Allerdings beruhigte mich schon der erste Selbsttest:
Aktives Anheben schmerzt, passives Anheben völlig schmerzfrei. Damit war zu 99,9% ein Gelenkproblem ausgeschlossen. Trotzdem war es nur logisch, dass ich dies bei meinem ohnehin anstehenden Termin bei der Vitova-Physio in Hochheim mit meiner Physiotherapeutin Anne-Katrin Weiß (Foto) abklären und behandeln lassen wollte. Besonders vorteilhaft ist zudem für mich, dass Anne-Katrin sich auch perfekt im Sport auskennt. Kein Wunder, hat sie doch einen 6. Platz bei den Europameisterschaften 2012 im TeamGym vorzuweisen.
Nach einem kurzen ‚Anamnese‘-Gespräch stand fest, das muss der musculus rectus femoris sein. Diesen Muskel kannte ich bisher bestenfalls nur mit seinem unspektakulären deutschen Namen, nämlich ‚gerader Muskel des Oberschenkels‘.
Also schnell den Oberschenkel mit Lotion eingerieben und los ging die ‚Behandlungstortur‘ begleitet von den einfühlsamen Worten meiner sehr geschätzten Anne-Katrin:

„Das kann Muskelkater und blaue Flecken geben,
Physiotherapie ist schließlich keine Wellness-Massage!“

Wie recht sie behalten sollte. Allerdings ist das für mich absolut normal, da ich weiß, das einige, besonders tiefer liegende Muskeln und Muskelansätze nur mir großem Kraftaufwand zu erreichen und zu behandeln sind. So war auch diese 30-minütige Behandlung erfolgreich und ich hatte schon direkt danach deutlich reduzierte Schmerzen beim aktiven Anheben. Sie gab mir noch ein paar Tipps zur eigenen Weiterbehandlung auf dem Weg, wie Dehnen, Faszienrolle und extra Übungen für die Stärkung Gesäßmuskulatur, nicht schonen, sondern bewegen. Gesagt, getan: Direkt nach der Behandlung ins Tischtennis-Training gegangen und einen Tag später, heute, langsame 5,3 km bei immerhin 150 Hm gejoggt. Und was soll ich sagen: „Das einzige was noch zu spüren und zu sehen ist, sind die Druckstellen der Behandlung“.

Daher mein wiederholtes Fazit:
Eine gute physiotherapeutische Behandlung ist eigentlich unbezahlbar und ersetzt auch in vielen Fällen den Arztbesuch. Zum Glück beginnt auch in Deutschland hier langsam ein Umdenken und Fachärzte erkennen zunehmend den Wert dieser Therapien an. Einzig der direkte Weg zu den Physio-Praxen ist zumindest auf Kassenleistung (noch) nicht möglich, da immer eine ärztliche Verordnung (Rezept) nötig ist.
Als Selbstzahler steht es einem allerdings frei, direkt zu einem Physiotherapeuten/in zu gehen. Ich finde, wenn finanziell möglich, sind die ca. 40 EUR pro Behandlung wirklich gut angelegtes Geld, zumal dann, wenn man etwaige Schmerzmittel oder Salben dagegen rechnet.

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